Epoxidharz-Abenteuer

Epoxidharz-Abenteuer

Über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten habe ich mich mehr oder minder intensiv mit dem Gießen von Würfeln aus Epoxidharz beschäftigt. Ein gestalterisches Hobby, das ich sehr genossen, schließlich aber doch wieder aufgegeben habe.

Alles begann, als ich über den Instagram-Account von Dice oven stolperte, der möglicherweise die schönsten Würfel macht, die mein unwürdiges Auge jemals erblicken durfte. Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass ich so etwas nicht erschaffen könnte, aber trotzdem war ich sofort inspiriert. Ich folgte dann noch ein paar weiteren Accounts, auf denen Menschen ihre hübschen selbstgemachten Würfel zur Schau stellten – und eine Weile lang war das genug. Doch irgendwann überkam mich dieses Bedürfnis, das selber einmal auszuprobieren. Nun denn – gesagt, getan.

Die ersten Würfel kamen aus ein paar billigen Silikonformen, die ich auf Amazon ergattert hatte. Und für den allerersten Versuch sahen sie auch gar nicht mal übel aus!

Sie alle hatten fehlende Kanten oder Luftlochkrater und außerdem Millionen kleine Luftbläschen, aber trotzdem – es hatte funktioniert.

Nach ein paar weiteren Farbexperimenten und der Feststellung, dass ich immer fehlerhafte Würfel herausbekam, machte ich mich schließlich daran, meine eigenen Würfelformen herzustellen.

Ich habe es mit zwei verschiedenen Versionen probiert, einmal ohne und einmal mit Deckel. Die Ergebnisse waren im Großen und Ganzen in Ordnung, aber grundsätzlich muss ich wohl sagen, dass mir ein wenig das Fingerspitzengefühl für manch filigrane Arbeiten fehlt. Nichts Neues hier.

Das Problem mit den Luftlöchern (sodass am Ende den fertigen Würfeln oftmals kleine oder große Teile fehlten) war die eine Sache, aber (hallo Fingerspitzengefühl!) die rauen Kanten eine ganz andere. Ich musste nämlich meist irgendwie überstehendes Harz abschleifen und stellte mich dabei insgesamt wohl nicht ganz so geschickt an, sodass ich bis zum Schluss keinen einzigen Würfel hergestellt hatte, mit dem ich wirklich zufrieden war.

Aber vielleicht war das auch eher ein Problem mit meinem Anspruch an mich selbst.

Die letzten Würfel, die ich herstellte, waren zugleich auch die einzigen, die ich jemals fertigstellte – also mit Schleifen und Anmalen. Sie waren auch nicht perfekt und ich habe mehr als den einen Anlauf gebraucht. Aber ich bin dennoch stolz auf das Ergebnis. Sie waren ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwägerin.

Ich glaube, wenn ich noch etwas mehr Geduld und das ein oder andere Hilfsmittel gehabt hätte (Vakuumkammer und Drucktopf, aber das wären schon recht kostspielige Anschaffungen gewesen) dann hätten die Ergebnisse noch viel besser ausfallen können. Und wenn ich gelernt hätte, wie man vernünftig schleift. Aber am Ende kam es dann anders.

Warum ich aufgehört habe? Nun, zum einen ist es ein nicht ganz günstiges Hobby (Epoxidharz, Silikon, diverse Materialien), zum anderen ist es in mehrerlei Hinsicht nicht besonders gesund für mich oder die Umwelt.

Epoxidharz ist in flüssiger Form giftig, denn es entstehen Dämpfe, die besser nicht eingeatmet werden sollten. Kein Problem, habe ich eben eine Atemschutzmaske verwendet und gut gelüftet. Und außerdem Handschuhe getragen, denn flüssiges Harz kann allergische Reaktionen auslösen.

Aber auch die Entsorgung von Epoxidharz(-resten) ist etwas, womit mensch sich befassen muss – und bei den schieren Unmengen an Instagram-Accounts, denen ich so folgte, bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie viele sich gerade über diesen Punkt (ausreichend) Gedanken gemacht haben (ich hoffe natürlich alle, aber… naja).

Epoxidharz ist nämlich ein Problemstoff. Weder in flüssiger noch in fester Form darf es über den Hausmüll oder die Kanalisation entsorgt werden – auch nicht in kleinen Mengen. Das heißt, Reste und „kontaminierte“ Hilfsmittel müssen über den Wertstoffhof entsorgt werden. Was die dann damit machen? Keine Ahnung. Aber will ich wirklich mit Dingen herum hantieren, die umweltschädlich sind? Nur um ein paar hübsche Würfel herzustellen? Das erschien mir irgendwann einfach nicht mehr verhältnismäßig.

Und deshalb habe ich dieses Hobby dann auch wieder an den Nagel gehängt.

Es gibt mittlerweile Bestrebungen, Kunstharze aus natürlichen Stoffen herzustellen, aber viel konnte ich dazu nicht finden, und ob die Entsorgung am Ende unproblematischer und umweltfreundlicher ist, kann ich auch nicht sagen. Vielleicht gibt es eines Tages wirklich gute Alternativen. Bis dahin begnüge ich mich einfach damit, meine wenigen hergestellten Würfelvarianten anzuschauen und mich über mein kurzes aber spannendes Epoxidharz-Abenteuer zu freuen.

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